der "netzökonom" holger schmidt zeigt, was subtraktionistisch bloggen heisst | übrigens: die anführungszeichen um sein "netzökonom" sind von ihm selber ;-)
logo: das ist unfair: 99% von "bloggenden" journalisten führen einen strikt subtraktionistisch geführtes "blog". warum wähle ich gerade dieses beispiel?
der "netzökonom" im gestus des "huch!professionellen schurnalisten". die haltung: "ich habe gesucht, ich habe gefunden, ich bereite es hier dem wurm so auf, wie es ihm schmeckt! - schlucken!" (
und anschliessend ein DANKE vorbeischicken!) nein: der text ist klasse! es ist keineswegs: "kurz, knackig, knackiger!" es ist nicht "blut, busen, bleiten"-mässig. es ist ja ein "blog" der FAZ. es ist alles da! ein roter faden! eine tolle schreibe! ein geschichte! umsichtige hinweise! sensationell...
so what? noch mehr: es hat sogar links! was ansonsten der simpelste hinweis auf einen möglicherweise subtraktionistischen eintrag wäre... ABER:
wer braucht einen link auf google news? (gar niemand!) aber warum wurde dann nicht wenigstens konsequent auch auf auf "
Burdas Flaggschiff Focus Online" verlinkt? (interessant ;-)
das ist jedoch nicht einmal annähernd der punkt: ein typischer subtraktionistischer beitrag tut so, als wäre ein hyperlink das genau gleiche wie eine fussnote in einem print-text. eine fussnote ist eine quellenangabe. es ist eine bestätigung der richtigkeit der hier versuchten aussage. es geht um "rechenschaft ablegen" im (pseudo-)wissenschaftlichen sinne. mit einem hyperlink in einem hypertext hat das 100% GAR NICHTS zu tun!
ein hyperlink in einem hypertext ist EINE VERBINDUNG.
im hier gewählten text, wäre es - allein schon aus wissenschaftlicher - vielOh!sofWie?scher - redlichkeit wichtig gewesen, dass die studien selbst, aus welchen intpretationen und eigene zusammenstellungen gemacht worden sind, zugänglich gemacht worden wäre. aber dazu werden nicht einmal präzise "quellenangaben" gemacht... darum fällt der an sich tolle bericht, weit in den negativen bereich...
7. hyperlinks subvert hierarchy.
diesen satz scheint der "netzökonom" noch keineswegs begriffen zu haben. ausgerechnet aber der hyperlink ist DAS was das netz, das internet, ausmacht. (ok: zu jener zeit habe ich "die welt ist ein gespräch" geschrieben... aufbauend auf mind. 100 jahre theoriediskussion... abernu...) und wie das cluetrain manifesto kam, konnte schon wenig später die 7. these erweitert werden mit: "... und RSS ist der bagger für diese untergrabungsarbeiten!" (abernu...)
jetzt ist der mann ein "Link Economy"-experte der huch!2.0-szene und lässt sich das in seinem intellektuellen
"leben im netz" nicht anmerken? eieiei...
das ist die ganze crux dieser neuen technologie:
die cloud, die crowd, der link: die wollen umgraben. wer daran kein interesse hat - das netzwerk, die organisation - ist offensichtlich. und darum ist auch die aufregung des "netzökonomen" pseudo. google und burda und spiegel sind nicht so unterschiedlich wie sie tun. warum soll burda sich nicht aufregen und sich gleichzeitig an google anpassen. etc. etc. die süddeutsche zeitung demonstriert
diese nuttigkeit seit ewigen zeiten, ohne vom eigenen feuilleton abgestraft zu werden ;-)
schluss jetzt. wäre ich bereit, endlich das wort "blog" wieder loszulassen, und es einfach nicht mehr zu gebrauchen, wäre wohl alles kein problem. aber an solchen beispielen liesse sich immerhin die unterschiede (beim bloggen,
beim digitalen zettelkasten führen, etc) zur darstellung bringen... aber die zeiten für sich öffnende "denkräume" ist bedenklich schlecht... (
trotzdem unser versuch auf 512 seiten, in drei symbolischen kapiteln, in einem statementartigen format ;-)
hier noch einmal - weiter oben versteckter integriert: dieses *geniale" video der auf dankbarkeit bettelnden huch!professionellen schurnalisten:
der deutsche journalisten-verband wünscht sich doch so sehr unsere ganze dankbarkeit... immer wieder HAMMER das ding anzugucken :-)
timeline:
schon vor einem jahr, empfand ich das wort "blog" für tot. (es war anlässlich von einem besuch von lars. ich bin sicher, dieses gefühl habe ich schon mind. ein jahr mit mir rumgetragen... es ist schon lange vorbei... aber auch
rocketboom hat damals die wörter umgestellt... das war mir wohl dann "eingefahren". ;-)

wer hört bert brecht sich im grabe umdrehend und twitternd? |
und was ist mit hugo ball? welcher sich schon vor 100 jahren übergeben hat müssen, ob all den verdrehten wörtern, welche sich ihm um die zunge schlingerten? und wir heute? noch dazu all die bilder... da waren wird doch schon mal. bei diesem gefühl, sich augen und ohren verschliessen lassen zu müssen, um von den sirenen nicht verführt zu werden...
ein pariser vom scheitel bis zur zeh? nein. es geht nicht darum, ein "reines leben", unbeflecktes leben zu leben. ganz anders: ich wünschte mir lediglich, es mir leisten zu können, denken zu dürfen, was so naheliegend zu entdecken bleibt...
die umstellung vom buchdruck zum computer ist wesentlich interessanter, als der huch!professionellen schurnalismus und die erbsenzählend huch!wissenschaft es derzeit zur darstellung bringen lässt. punkt
und so rennen wir weiter um unseren businessplan. (und das ist vielleicht der versteckte ärger!) dass ein "netzökonom", welcher seinen texten das ringen um
"die gesamtheit" seiner handlungsfelder nicht mehr anmerken lässt. ich bleibe stur:
was wir bräuchten, wäre OFFENSIVSTE arbeit mit den investoren. solang projektchen wie "
doodle" im deutschsprachigen quartier die kleinstadt schweiz die meisten venture-gelder zu sammeln versteht, stets äusserst bedenklich. nicht nur mit der szene. umstandlos mit "der (nie in ihrer ganzheit anwesenden) gesellschaft" ;-P
