störungen haben vorrang | je weiter wir uns durch unsere kapitel ackern, desto wilder spriessen die selbstzweifel? wie auch immer...
kein zweifel: professionelle soziale arbeit ist nicht bloss ein kind der aufklärung, sondern auch der industrialisierung. (pädagogik übrigens auch, soziologie übrigens auch
und immer so weiter) | soziale arbeit reflektiert dieses problem seit allen zeiten (vergl.:
retten, erziehen, ausbilden). stichwort: "doppel-mandat". zwischen "kleint" und "auftraggeber". präziser: "tripel-mandat" (silvia staub-bernasconi). es gibt ja noch das mandat der eigenen disziplin. wie auch immer.
seit die aufklärung die idee gottes ermordet hat, gibt es keine göttlichen, ewigen, wahren ideen mehr. bloss noch ideen, ausgsprochen und ausprobiert von menschen. modelle, welche auch anders hätten modelliert werden können. und damit moden unterworfen sind. wir reden von dieser "neuzeit" darum auch von der "moderne". (das ist ehrlich, transparent, offenherzig, aufklärerisch, licht ins schattige bringend
und immer so weiter!) damit gilt: auch die sozialen verhältnisse sind nicht mehr gott gegeben, sind nicht vom himmel gefallen, sondern von menschen und ihre art und weise des sich selber organisierens so geworden. und damit aber auch veränderbar. (gott sei dank!)
arbeit am sozialen ist damit keine spezialität der sozialen arbeit. ganz im gegenteil. selbst wer nicht am sozialen arbeitet, arbeitet am sozialen. du kannst dich nicht nicht verhalten. und das meint nicht nur individuen. auch süsteme. auch systeme des wissens. auch maschinen wirken. computer auch. und hallihallo. kurzum... bloss nicht verkrampfen ;-)

hilfe = therapie ? schwachsinn!
kontrolle = polizei (oder direkt militär!) blödsinn!
hilfe = hilfe zur selbsthilfe
kontrolle = ausübung von
bregenzungsmacht (im unterschied zu behinderungsmacht, silvia staub-bernasconi)
wird hilfe übertrieben, werden menschen abhängig gemacht | wird kontrolle übertrieben, wird es zu einem beherrschen, befehlen, totalüberwachen, totaldisziplinieren. das hat foucault prima gezeigt. bis hin in die architektur hinein und von dort zurück...
aber zu verlangen, einem verletzten menschen, einem menschen mit einer behinderung, einem notleidenden menschen nicht zu helfen, ist zynisch. menschen und gruppen von menschen und asymetrische austauschverhältnisse nicht so in grenzen zu weisen, gegen monopole anzugehen, gegen hierarchische fixierungen, gegen kulturelle homogenität und für sozio-strukturelle heterogenität zu kämpfen etc. wäre auch befremdlich. gell? - kurzum: soziologische theorien sind nicht dazu da, handlungsanleitend zu wirken. theorien sind nicht helfergeil. (so wenig wie eine professionell sozialarbeitende person, wäre ihr business nicht auch längst akut davon bedroht, gewinnmaximiert angeboten zu werden!) theorien erklären. punkt
wenn theorien gemacht werden, welche der praxis nützen, dann ist dies ein zeichen für die ökonomisierung der wissenschaft. es geht darum, sich der verwendbarkeit zu entziehen. (nie wieder? schon wieder!)
rebell.tv als internet-sozialarbeits-polizei zu beschreiben... himml :-/
kraft durch frust
@philipp: ja genau! eben: das wäre dann diese "engführung" dieser these. obwohl wir viele methodischen ansätze aus der "sozialräumlichen sozialen arbeit" beziehen, sehe ich nicht eine gleichsetzung... | ich bleibe stur: "anderes anders machen". bloss weil selbstähnlichkeiten, ähnlichkeiten, inspirationen, variationen gesucht werden, wird gleichsetzung unterstellt. | "verstanden zu werden, ist beleidigend" | ein "verstehender" ansatz, muss "hermeneutisch", "prozessual-systemisch", "systemisch-konstruktivistisch", "historisch" arbeiten... aber es macht natürlich vermutlich mehr spass, wenn foucault zitiert wird, soziale arbeit als polizei beschrieben wird und dann der sozialarbeiter als arbeiter am sozialen mit einer homepage im weh!weh!weh! und huch!rebell und wow!unruhe und so als "internet-polizist" *gelabelt* wird. kann man(n) machen. kommt sicher fetzig an. auch soziologen wollen unterhaltung. ist ja alles ok... bloss: als opfer der beobachtung ists halt eben doch tendentiell frustrierend. gell? - aber nichts so schlimm, als davon nicht gelernt werden könnte. das ist ja das schlimme. etc. oder umgekehrt: d!a!n!k!e! für deine umärmelung, kurator ;-)
textsorte: traum | textsorten sofortiger erkennen | unterscheidungen löschen = unterscheidungen machen | dieses blog ist KEIN subtraktionsblog

