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09.2.2007 stefan (ruft) von (den) bergen: bern und zürich ist provinz

Provinz schweiz
dasmagazin.ch ist so etwas wie frischluftzufuhr in den bankentresor schweiz: ausserhalb der stadtmauern des deutschsprachigen quartiers der kleinstadt schweiz auch nicht gegen geld käuflich erwerbbar. aber für eidgenossen immerhin: wöchentlich einmal tief einatmen.

zu der zeit als die linken noch meinten zu wissen, was sie wussten, wurde der tagi - dasmagazin liegt dieser zeitung jeweils samstags bei! - von all jenen gelesen, welche nicht nzz lesen wollten. jetzt ist es interessanter. und siehe, es ist gut so. seit unserem besuch bei peer teuwsen bekommen wir das dasmagazin.ch jeweils einen tag früher. und besprechen das heft meistens kurz, obwohl peer inzwischen für die weltwoche schreiben soll. (komisch: habe via weltwoche seit wochen nicht mehr in die welt geschaut... tja. jedenfalls:) wir sind beim tagi noch nicht vom verteiler gestrichen worden: any news are good news, würden die wohl denken, wenn wir nicht einfach bloss eine karteileiche wären... übrigens. apropos laichen: im aktuellen magazin: toller beitrag über fische und ozean und so. (unser filmtipp: darwin's nightmare) wo war der neugieronaut? was wollte er? - ahja: er kommt zur sache:

die kleinstadt schweiz verstehen:
a) züri (schriftdeutsch: zureich) - bärn (schriftdeutsch: regierungskiez) - basl (schriftdeutsch: gewinnmaximierer, spezialisiert auf den buchstaben b). die zusammen sind downtown switzerland. ein fass ohne boden. alle für sich, denken, sie seien der nabel der welt. als nahestehende aussenstehende sind sie einfach: das bermudadreieck.
b) das welschland. die ticken wohltuend anders. untereinander uneins. gegen das bermudadreieck gemeinsam stark. die haben alles, was sich eine weltregion wünscht. ice-anschlüsse in alle richtung. ein flughafen mit aufwind. einen schnellen teilchenbeschleuniger. und auch sonst sensationelle forschung. (html und so!!!) sensationelle diplomatische beziehungen. sensationelle humanistische tradition. sensationell viele sensationell reiche steuerzahler. kurzum: sensationell.
c) das tessin. das sahnehäubchen der wirtschaftsstärksten region italiens. hinter den sieben bergen, ganz ganz oben.
d) luzern ist besetzt von japan.
e) ab jetzt wirds spannend. es gibt jetzt noch unbenannte zonen. die sind aber - wie das wort es sagt: namenlos. die unaussprechlichen. das berumda-dreieck würde es randständige sperrgebiete. entwicklungsgebiete. der klotz am bein. keine ahnung. provinz halt.

immer wieder lustig ist aber, sich an die zeit von expo02 sich zu erinnern. die ausstellungsmachenden wollten keine kantons-(bundesland)-show machen. also mussten sich regionen finden. den meisten gelang das schnell. ausser einigen... ähm... hihi:
Für die Ausstellung arbeiten acht Grenzkantone zusammen: Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Genf, Jura, Neuenburg, Tessin, Wallis und Zürich.
darüber wird nicht geredet. schon gar nicht geschrieben. denn was gedruckt wird, wird im bermudadreieck geschrieben. ist ja klar... ahja: bern fehlt! stimmt! aber: bern war eben in der gegend der gastgebenden seenregion. musste dabei beim start nix wählen. bloss: noch während die expo02 lief, verabschiedete sich die seenregion in anderen zusammenhängen von bern. wirtschaftlich sei bern nicht interessant. und die gegend um biel schloss sich der gegend von lausanne an... ähm... in welchem verband wohl? wirtschaftsraum. standortmarketing? ähm... himmel... finde auf die schnelle diese mitteilungen nicht mehr... ähm...

wie auch immer: morgen also hat das zürcher dasmagazin einen berner über die provinziellen zürcher schimpfen lassen. (was natürlich - huhu! - nix anderes bedeuten kann, dass nicht stimmt, was der berner stefan von bergen behauptet: denn, wäre wahr was der stefan von den bergen ruft, wäre der artikel in zureich ja nicht gedruckt worden. think! kurzum:) und so kommt es zu einer tollen konstellation: der leiter des hintergrundressorts "zeitpunkt" der bernerzeitung.ch schreibt im titel: "die grösste provinz der schweiz." meint damit zürich. und lässt in zweitletzten spalten setzen, dass er sich früheren druckenlassenden (rené allemann, 1965) anschliesse: "er hat recht: bern ist provinziell."

rebell.tv tippt leise in die tasten: so viel einsicht, konnte schon lange nicht mehr gelesen werden. danke.

Kommentare

2007-02-09 13:13:57
wann ist es endlich egal, wer wo was macht?
nehmen wir das beispiel http://www.burodestruct.net/ ; da ist bern schlicht nicht provinziell.
zürich bashen, basel bashen, bern bashen und die vermeintlichen(!) underdogs loben..........; «jöh..., du bisch aber en herzige» (zitat aus der rössli-hü-kassette, die ruben zur zeit ständig hört... :)))
2007-02-09 17:05:37
du bist übrigens der beste beweis dafür, dass das geografische umfeld heutzutage nur noch einen bescheidenen einfluss auf das denken und handeln der menschen hat... ;)
2007-02-11 18:04:41
oke..., ich spiele diese spielchen spielend mit.... ;)
hier als exklusiver vorabdruck mein leserbrief an das magazin:

Hans Arp, in Strassbourg geboren, lebte zeitweise in Weggis und Locarno und verstarb in Basel. Er installierte vor 40 Jahren an die Fassade der Spiegelgasse 1 im Zürcher Niederdorf den «Nabel der Welt». Stefan von Bergen liegt also falsch: Zürich ist nicht der Nabel der Schweiz, sondern der der Welt. Es ist also nicht weiter erstaunlich, dass die «Zürcher» Dadaisten, zu denen Arp zählte, bereits zu Beginn des letzten Jahrhunderts eher Afrika denn das Toggenburg als inspirierendes «Hinterland» faszinierte. Und weil in der heutigen globalisierten Welt das Toggenburg sowieso dem erweiterten Metropolitanraum Zürich zugeordnet werden kann, führen wir diese Tradition konsequent weiter: www.motherland.ch (soviel Eigenwerbung erwartet man von einem «Zürcher»)

2007-03-23 08:31:46
Hat es am ende nicht etwas mit Wissen und aufgeklärt sein zu tun, ob man sich als Hinterwäldler vorkommt oder nicht? Der Einzelne kann in der Provinz wohnen ohne von Vorgestern zu sein, wenn er den bereit ist, sich der Geschichte und Realitäten zu stellen. Genau so verhält es sich in der Stadt.

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