über journalismus & soziale arbeit, elektrisierte vagabunden & die digitale boehéme und was rebell.tv zum arbeiten drängt ;-)

1606 | 05.12.2006 | video als wmv datei
alle versuche, das video online zu bringen scheitern. in der konvertierung des 3gb (!) teils in eine flash-datei scheitert es an der tonspur. jetzt also dieser versuch... leider gelingt das upload erst, als die datei unter 70mb gedrückt wurde. sorry!
zur hystorie des beitrags:
simon von allmen und dominic allemand haben rebell.tv am 5.12.2006 besucht. jetzt (14.12.2006) ist ihr video angekommen. ich bin seit 9h morgens am konvertieren und versuchen, das 3gigateil sinnvoll aufs netz zu bringen... wir bleiben dran!sparent... in der wartenden zwischenzeit habe ich dafür meine antworten verschriftlicht:

1.

sms: du meinst also, es gäbe nur selbstverwirklichung oder arbeitstherapie? - da siehst du, wessen kind du als schtudierter schurnalist bist: "aufrechter gang! ein jeder! JETZT!" und wer nicht mitmacht - oder mitmachen kann - dem helfen wir, die schtudierten am sozialen arbeitenden: fördern & fordern. die wissenschaften sind die schönen kinder der aufklärung. journalismus und soziale arbeit die hässlichen... du stichst in ein wespennest...

2.

sms: genau dieser umstand. diese unendliche enttäuschung über die missratende aufklärung. die unheimliche mitarbeit am abc des grauens. a wie atom. b wie biologie. c wie chemie. soll ich weiter machen: d wie deportation. e wie eliminierung. f wie fergewaltigung... äh... (lacht zu lange und zu laut. verfällt in grosse abwesenheit...)

3.

sms: unendlich viel mehr: schon in früheren zeiten gab es überflüssige menschen. aber in keiner zeit vor uns, haben sich diese gleich selbst in luft aufgelöst. sie haben zwar schon früher gelernt, das tödliche gas ganz eigenständig einzuatmen, aber sie mussten wenigstens noch handgreiflich in geeignete räume verschleppt werden. sechzig jahre später erkennen sich die überflüssigen selbst und stellen sich - jeder für sich allein, wie die vagabunden im mittelalter - fröhlich lächelnd zum ausschluss bereit. leiden an gesellschaftlichen verhältnissen ist gar nicht mehr möglich. wenn eine "ich ag" leidet, hat diese lediglich einen suboptimalen businessplan... so elegant war der terror noch nie.

4.

sms: aufklärung? jenes licht, welches die nachtschicht beleuchtet hat? von was redest du? muss ich meine litanei noch einmal aufzählen? wir sehen heute klar genug. noch mehr abklärungen sind nicht nötig.

5.

sms: bilder täuschen. gegen die macht der bilder gibt es nur ein rezept: mehr bilder. "bildersturm? - bilderflut!" das ziel bleibt das gleiche: es geht darum, dass ich versuche, das mir gemachte bild zu irritieren. das kann sehr unbequeme folgen haben.

6.

sms: "energie: ja - qualität: nein". (strahlt übers ganze gesicht!) - keine ahnung. du bist der professionelle. du berufst dich auf die werte deiner zunft. sag du es mir! - ich finde es toll, hier mit dir auf dem feld zu stehen und über das zu sprechen, was uns beschäftigt. das ist eine grossartige qualität...

7.

sms: eine nachricht ist ein kommentar. ein kommentar ist eine geschichte. ich sichte und schichte sichten auf schichten von geschichten. daraus beziehe ich meine nachrichten. ja, auf diese trennung achte ich sehr genau.

8.

sms: ich bin immer vorbereitet. meine fragen sind klar. ich versuche aber, diese fragen an möglichst vielen, unterschiedlichsten widerständen zu reiben. ich nenne solches "neugieronautik". es ist nicht mehr "neugierologie". die neugier bezieht sich nicht mehr auf logik, auf trennen und teilen, auf unterscheiden und ausscheiden. (das stinkt, wie wir wissen und oben detailliert haben.) nein: die neugier bezieht sich nun auf nautik: auf orientierung und handlungsfähigkeit.

9.

sms: in dem ich frage, ob ich sie mir eine frage beantworten? - es sind übrigens die schurnalisten, welche meinen, ich jage die huhu!namen. die schauen mich an und sehen doch nur sich selbst. skurril wird es bekanntlich, wenn narzisten sich verlieben... nein. in den hunderten von gesprächen spielen promis keine wesentliche rolle. massenmedien brauchen promis. die sind auf verknappung, auch von prominenz, angewiesen. darum stellen sie diese ja auch gleich selbst her. ohje: jetzt habe ich dir die brücke zu der zweiten lieblingsfrage der schurnis gebaut!

10.

sms: ich? verzichten? ich verzichte auf gar nichts. her mit dem sponsor. ich habe viele ideen, was ich für einen sponsor tun kann. für eine sponsorin übrigens auch. der punkt ist, dass die sponsorgelder verteilenden - die werbeagenturen und inseratedealer - ihren filz nicht verlassen wollen. es verdienen noch alle prächtig, während dem lauten jammern... selbst die besten online-projekte werden regelrecht ausgehungert. nein: wir prüfen jedes sponsoring. aber: damit ich mich nicht verkrampfe, damit ich frei sein kann, damit ich es mir erlauben kann, locker "nein" zu sagen, damit ich angst- und stressfrei an dem arbeiten kann, was ich als qualität empfinde, das ermöglicht kein noch so tolles sponsoring. dazu brauchst du einen investor. und ein solcher, muss lernen, zu einem verleger zu werden. das ist ein jemand, welcher intensiv mit dir redet und dir doch nicht drein redet. unser verleger entwickelt sich prächtig. danke der nachfrage!

11.

dass dieser boom abgeht wie eine rakete, davon reden wir mit rocketboom.com schon seit bald drei jahren. also... ich denke dem online-journalismus geht es wie uns: er steht ungeschützt im freien feld. es wird immer dunkler. es ist saukalt. die aussichten bleiben sensationellst. aber eben: für die aussicht habe ich den bodensee und den säntis. könnt ihr unsere kontonummern publizieren?

(bitte mit passendem bild unterlegen: vielleicht findest du noch eines, was nicht die beschränkung anzeigt? ;-)