Das Subtraktionskonzept
rebell.tv ag | impressum | mehr zum subtraktionskonzept in "band 2" von dfdu.org (lieferbar ab mitte sept. 2010) | nachtrag: der radiojournalist michael sennhauser erklärt im gespräch mit sms, was er verstanden hat, was subtraktionismus sein könnte. | zum download aller transkriptionsstufen der begegnung mit dr. michael maier, inkl. einer kurzzusammenfassung :-)

Über die Problemlösungsstrategien der Zeitungsverlage
Der Journalismusunternehmer Dr. Michael Maier und der Sozialunternehmer Stefan M. Seydel haben sich an einem Kongress an der Universität St. Gallen im Oktober 2006 kennen gelernt und ihre Begegnung als Video dokumentiert:
Der ehemalige Chefredaktor von «Die Presse» und «Berliner Zeitung» erzählte am Kongress in seinem Vortrag von den Pamphletisten vor 200 Jahren und ihren Einfluss auf die Entwicklung dessen, was wir heute «Qualitätsjournalismus» bezeichnen. Aus dieser ersten Begegnung entwickelte sich eine Reihe weiterer Begegnungen. Im November 2009 wurde eines der Gespräche als Podcast aufgezeichnet und transkribiert. Unter http://print.rebell.tv/p191.html sind alle Verarbeitungsstufen zugänglich.
Im Folgenden eine freie Umarbeitung der Begegnung. Es geht dabei um die Beobachtung der Problemlösungsstrategien aktueller Zeitungsverlage aus zwei unterschiedlichen Perspektiven. Während der klassische Journalist eine Strategie der Komplexitätsreduktion verfolgt, welches Stefan M. Seydel/sms ;-) in seinem Blog als ein «Subtraktionskonzept» polemisiert, arbeitet das Team von rebell.tv an einer gänzlich anderen Methode. Ihr aktuelles Buch heisst «Die Form der Unruhe, Band 1», Junius-Verlag Hamburg. Das aktuelle Buch von Michael Maier heisst: «Die ersten Tage der Zukunft» und ist im Pendo-Verlag erhältlich.
zum download aller transkriptionsstufen (inkl. dieser grafik) und einer kurzzusammenfassung:


05.11.2009 | links & kommentare | zusatz: die subtraktionsstufe der dpa | download der transktription des gesprächs | freie umsetzung als interview:
Stefan M. Seydel: Die Zeitungsverleger kämpfen ums Überleben ihrer Titel. Angeführt von Rupert Murdoch wollen sie ihre Inhalte im Internet nicht weiterhin kostenfrei anbieten.
Dr. Michael Maier: Die nennen das «Paid Content». Nicht nur Archive werden verschlossen, sondern auch die tagesaktuellen Artikel werden nur gegen Geld im Internet angeboten.
Das wurde schon einmal probiert.
Die traditionellen Verleger denken noch immer in «Plattformen». Es gibt einen Anfang, ein Portal, und ein eben so klares Ende. Sie übertragen die Idee eines Buches oder einer Zeitung ins Internet. Aber die Zukunft hat schon begonnen. Dieses Denken ist am Verschwinden. Ich meine, das auch bei den Protesten der Studierenden an der Uni gesehen zu haben. Die denken – wie soll ich sagen? – durchlässiger?
Im Internet hat es für Gedanken und Ideen unendlich viel Platz. Um Territorien zu kämpfen, Burgen zu bauen und Eintritt fürs Museum zu verlangen ist lächerlich.
Das nenne ich «Plattform-Denken». Das ist nicht, was uns zwei interessiert. Stimmts?
Logo. Wobei ich es auch ein bisschen zu mutig finde, sich vor viel Geld, gewaltiger Macht und verfilzten Beziehung nicht zu fürchten!
Wir werden in den nächsten 50 Jahren das Entstehen, die Entwicklung, das Heranwachsen von völlig neuen Journalisten sehen. Die werden an der Darstellungsform mit dem sicheren Bewusstsein der totalen Transparenz herangehen. Das ist weniger eine Chance für den Beruf als vielmehr eine Notwendigkeit, für welche wir viel Geld bezahlen werden.
Wer wird viel Geld wofür bezahlen?
Sicher niemand für Schlechtes und Überflüssiges, wie das jetzt versucht wird! Aber für echte geistige Leistungen, das Bewerten von Informationen, das Aufzeigen von Kontext. Überhaupt das Schaffen von Kontext! Dafür wird in Zukunft Geld bezahlt werden!
So radikal, so konsequent wie Sie hat im deutschsprachigen Raum die Strategien der aktuellen Verleger noch niemand weder in den Fluchtpunkt gedacht noch in der Praxis erprobt.
Das haben sie ja schon früher in ihrem bemerkenswerten Blogposting geschrieben. Man freut sich darüber, wenn jemand das reflektiert, was man tut und fühlt sich gleichermassen ertappt und verstanden. Ihre «Subtraktions-These» ist ja, dass wir immer mehr abziehen, weglassen, abschaffen. Reduktion, aber radikal. Die Zeitung wird immer leerer, bis sie schliesslich ganz weiss ist.
Die Gratis-Zeitungen sind aber ziemlich farbig!
Anzeigenblätter sind weisse Zeitungen, auf welche bunte Werbung geklebt werden. Um die Löcher zu stopfen, werden PR-Texte eingefüllt. Jede der von ihnen beschriebenen Reduktionsstufen versteht der Verleger problemlos. Bloss die Zeitung selbst wegzulassen, das verstehen sie nicht. Dabei hat sich längst eine völlig andere Form der Informationsaufnahme, die eben nicht plattform-, nicht markengetrieben ist, etabliert. Es sind Zufälligkeiten, intellektuelle Netzwerke, Peer-to-Peer-Kommunikation und ähnliches mehr, welche sich unter dieser Oberfläche der «weissen Zeitungen» ausgebreitet haben. Und die zu beobachten, zu erfassen, in einen Kontext zu bringen, damit Nicht-Beteiligte am Dialog, an jenen Informationen partizipieren können, das ist, worauf wir bei http://www.buergerinfo09.de eingegangen sind.
Das war Ihre dritte Subtraktionsstufe!
Ja, so nennen Sie das. Ich sage: Darum geht’s! Das ist die aktuelle Herausforderung! Und diese Frage würde ich gerne Ihnen zurückgegeben: «So und was kommt jetzt?»
Als Sozialarbeiter weiss ich, dass sehr oft die Problemlösungsversuche das Problem selbst sind.
Sie unterstellen mir Strategie. Für mich war das Weglassen der Druckmaschine viel mehr die Vernichtung des absoluten Feindes des qualitätsorientierten Journalisten.
Wie soll ich das verstehen?
Als Journalist will ich etwas mitteilen und etwas zu Ende denken. Das Ergebnis meiner Arbeit wurde aber von riesigen Druckmaschinen und herumfahrenden Lastwagen bestimmt. Unter diesem Gesichtspunkt war die Gründung von http://www.netzeitung.de eine grosse Befreiung.
Das war die erste Subtraktionsstufe. Weglassen von Herstellung einer gedruckten Zeitung und ihrer Verteilung bei vollem Erhalt der höchsten Ansprüche von Qualitätsjournalismus.
Aber wir tappten dafür in die Prozessfalle!
Erzählen Sie!
Die Gründung der Netzeitung hatten wir uns als Marketinggag überlegt: «Jetzt zeigen wir der Welt, wie das Internet ist!» Während alle Zeitungen schreiben mussten: «Amerikanische Präsidentenwahl spannend bis zuletzt!» konnten wir ohne diese Maschinen in Echtzeit berichten. Das Problem war nur, die damalige Wahl Bush gegen Al Gore war drei Monate lang nicht zu Ende. Indem nichts mehr da war, was entschieden hat, dass jetzt etwas fertig zu sein hat, konnte ich merken, wie der Produktionsprozess das Produkt entscheidend beeinflusst.
Zusätzlich kam mit netzeitung.de der Horror des Hyperlinks!
Das ist ein Riesending. Journalisten sperren nicht nur ihre Archive zu, sie haben auch Angst, sich überprüfbar zu machen. Und ich gestehe durchaus, dass auch ich eine Zeitlang brauchte, Links intelligent einzusetzen.
Bis heute erkennt man Texte, welche von professionellen Journalisten ins Netz gestellt wurden leicht.
Sie haben keine Links! Und wo kein blauer Strich unter einem Wort ist, lauert der Verdacht. (lacht)
So sehen Sie das? Wunderbar!
Aber Sie müssen versuchen zu verstehen, dass die klassische, die gedruckte Zeitung sowohl von Lesern wie von Redakteuren sehr stark unter Machtgesichtspunkten gesehen wurden: «Ich bin der Journalist, ich teile Ihnen mit» gegen «Ich bin der Leser, ich habe ein Recht auf meine Zeitung und meine Meinung.» Diese Haltung, «gegen den Leser zu schreiben», den Leser gar als Feind zu betrachten, war der Qualität eines Textes nicht abträglich. Im Gegenteil! Die Umstellung von «Ich schreibe einen Text und teile Ihnen mit» zu «Ich schaffe Kontext für Dinge, die ich finde», ist für traditionelle Journalisten kaum zu schaffen. Darum war http://www.readersedition.de bloss eine konsequente Weiterentwicklung.
Die zweite Subtraktionsstufe: Die Löschung der Vollredaktion.
Nein! «Die Ausgabe der Lesenden»! Dieses «Ich-bin-hier» und «Du-bist-dort» hat sich schon bei der Gründung der Netzeitung verflüchtigt. Die Leser fühlten sich von Beginn weg als Teil dieser Zeitung. Wir bekamen viele Mails mit grossartigen Texten. Ich wollte diesen Hinweisen unbedingt nachgehen. So gut aber meine Journalisten waren, im Zweifel haben sie dann doch eine halbe Stunde mehr mit einer Agenturmeldung zugebracht als die Zusendungen der Lesenden zu bearbeiten. Weil es nicht gelang, die Ideen der Leser besser zu integrieren, wollte ich eine Alternative zur Netzeitung sehen.
Sensationelle Kosteneinsparung bei weiterhin höchsten Qualitätsansprüchen ...
Ich wollte wissen, welche Art von publizistischem Profil entsteht, wenn die Leser zu Wort kommen. Im deutschsprachigen Raum haben wir ja dazu gar keine Erfahrung. In den USA gibt es «free speach». Bei uns haben wir «öffentlich-rechtlich».
Den Verlegern wird Gier unterstellt und den Bürgern Dummheit.
Mit Readers Edition erlebten wir nun aber, dass Themen wie Klimawandel, Migration, politische Themen früher, interessanter, unerwarteter gekommen sind. Zeitungen sind ja wie Filterkaffee: Kennst du den Filter, weisst du, wie der Kaffee schmeckt.
Das Bauchgefühl des einsamen Chefredaktors entscheidet!
Darum waren früher die Bäuche der Chefredakteure erheblich! Den richtigen Inhalt zu vermitteln war keine Frage von Interaktion, sondern von Verdauung. Und gleichzeitig wusste ich aus Erfahrung – ob bei «Die Presse», «Berliner Zeitung» oder Netzeitung – die besten Geschichten kommen von den Lesern!
Und wie schreiben die Lesenden, wenn man sie denn lässt?
Päpstlicher als der Papst. Reflektierend. Quellen abwägend. Meinungen analysierend. Wir mussten sie richtig anstacheln, keine Journalisten zu imitieren, wohl unter Beachtung presserechtlicher Kriterien. Dabei vermisse ich persönlich am meisten diese Jagd nach exklusiven Nachrichten, nach Provokation. Ein so wesentlicher Bestandteil von Journalismus.
Jetzt noch die dritte Subtraktionsstufe: Keine Druckerei, keine Vollredaktion, nur noch maschinelle Aufarbeitung von Informationen mittels RSS-Feeds bei vollem Erhalt von Qualitätsjournalismus.
Kein Verleger würde Ihnen das ins Mikrofon sagen. Aber wenn eine Zeitung ohne Druckerei, Verteilung und ganz ohne Journalisten entstehen könnte, sie würden es machen. Wenn jetzt aber auch noch die periodisch erscheinende «weisse Zeitung» mit den geldbringenden Inseraten verschwindet, da geraten auch die Verleger in Panik. Und für uns gelernte Journalisten – und für die Medien überhaupt – ist das die grösste Herausforderung. Wir stehen an einem Nullpunkt.
Es waren einst Pamphletisten, welche letztlich eine Qualitätssteigerung ermöglicht haben.
Um genau diese «synthetische Kompetenz» geht es auch heute wieder: Über einen längeren Zeitraum hinweg, zwei sich widerstreitende Meinungen zu vertreten, das machte den Unterschied. Ausser eben, dass wir heute nicht zwei, drei oder vier Meinungen kennen, sondern um tausende wissen. Die schwirren irgendwo da draussen herum und können aufbereitet werden. Ohne Anfang und ohne Ende.
Danke für das Gespräch, Michael Maier.
(9097 Zeichen | rebell.tv | 01.03.2010, 18:19h: maier autorisiert diesen text | keine übernahme dieses textes in den print, ohne absprache mit uns)kommentare zu kommentaren:
@bobby california: jetzt also wieder so ein kommentar mit deinem namen. ohne eMail, aber mit URL. niemand kann wissen, von wem dieser eintrag ist. alle könnten es sein. auch ich. das ist eigentlich bloss ärgerlich. vor einigen wochen habe ich dir einen kommentar ins blog gegeben. bei deinem bahnhofseintrag. mit hinweisen auf walter benjamin. welche du wenig später mit einem eigenen eintrag nachgegeangen bist (oder wohl eh schon selbst gekannt hast.) aber diese kommentare gibst du nicht frei. aber dafür erscheinen hier kommentare. will sagen: dein heteronym "bobbby california" zerfällt dir nicht nur in ein pseudonym, deine "soziale rolle" bei medienspiegel.ch als kommentaregenerator gerät nicht nur ausser kontrolle, dein glaubwürdigkeit in deinem eigenen blog wird nicht nur untergraben, du demonstrierst insbesondere, was michael maier als problem zu schildern vermag: die vollständige überfordertheit. du erahnst vermutlich, dass für einen sozialarbeiter die anonymität eine wundervolle ressource darstellt. denke blos an telefonnummer 143, an beratungen im umfeld von hiv/aids, frauentelefon, kindertelefone etc. du nutzt eine ganz wunderbare möglichkeit und zerstörst damit alles: insbesondere das eigenen potenzial eines heteronyms, um pessoa ein kränzlein zu winden. zwei für mich wichtige worte in "deinem" umfeld: "lurker" und "troll".
@philipp: der punkt ist ja nicht, dass ich "relevanz" unrelevant finde. der punkt ist ja, dass die reduktion und konzentration auf (eine imaginierte) relevanz behauptet wird! wie ras in der nzz und du in früheren kommentaren hier zu zeigen vermögt, sehen wir aber einen ganz anderen prozess. die behauptung von relevanz ist eine "schutzbehauptung" von huch!professionellen schurnalisten, um die verstrickungen ihres *arbeitsfeldes* nicht reflektieren zu müssen, um aushalten zu können, dass sie nicht tun, was ihre idee_logik von ihnen verlangte. (vergl. dazu auch begegnung mit norbert bolz in bezug auf die wissenschaftsszene!) ras ist mit seinen hinweisen viel zu wenig weit gegegangen. mir ist doch egal, mit welchen kollegen innerhalb der NZZ ras gut zu gange kommt, welche freunde er beim tagi oder zeit.de hat. etc. die "verstrickungen" laufen doch nicht nur dort, wo miteinander fussball gespielt und skilaufen gegangen wird. es ist doch kein kommunikatives wunder, dass politik und management die gelder von mittelständischen steuerzahlern bei helllichtem tage abzocken, massenmedial aber werden hängemattenliegende hartz IV-empfänger inszeniert, unterdrückte frauen im iran und diktatorische verhältnisse in china. nein: das ist kein wunder: dafür muss hart gearbeitet werden! dafür braucht es geniale beleuchtungsspezialisten, welche wissen, was gemacht werden muss, damit die kamera weiss, wo sie filmen soll. ras kann kaffeetrinken und mitagessen und eMailen mit wem er will. mir völlig wurscht. oder um ihn selbst zu zitieren: ich nehme die NZZ in die hand und weiss, was ich habe! (ich bin vielleicht blöd, dumm aber bin ich nicht ;-)
@martin: wow! so sehen kommentare aus: "zeigen, was gesehen wurde!" vielen dank! (audris muraitis & tina piazzi. unterscheidungen löschen) wir haben ja ziemlich viele "baustellen" offen bei rebell.tv ;-) mit kap. 2 von band 1 von http://dfdu.org wollten wir ja immerhin mal *das statement* machen, dass wir "uns kein bild machen wollen". und das am beispiel von bildern. demonstrieren, dass ein bild auf einem anderen trägermaterial, in einem andern kontext und immer so weiter schon etwas ganz anderes ist. will sagen: wir versuchen ja gerade zu thematisieren (und zu problematisieren, nicht im sinne von "problemen", sondern von "spannungen" ;-) wie es überhaupt zu "material" kommt, wie dieses rezipiert wird, wie dieses verarbeitet wird etc. um mit baecker zu reden: unser band 1 ist ein statement für nichts weniger als die maximalisierung von abkühlungsprozessen! warum? - aus dem gleichen beweggrund, dass wir "unterscheidungen löschen" und "textsorten erkennen" machen: *austausch-, *kriterien- und *machtprobleme sind aus den fugen geraten. die instrumente (der moderne "demokratie" und "wissenschaft" als ersatzlösungen von "königen" und "päpsten") sind fürchterlichst gescheitert. und es lastet alles auf der individuellen *ausstattung von menschen, welche nun als "erneuerbare energie" erschlossen wird, bis in die selbstauflösung hinein. (vergl. dazu: die gas-these | oder auch: begegnung mit norbert bolz)
du hast vielleicht gesehen, dass tina das erste kapitel von band 2 mit dem titel: "Über die allmähliche Verspundung eines Gedankenraums beim Bloggen" überschrieben hat. deine hinweise unterstützen präzis unser anliegen. eine nächste transkriptionsübung werden wir ganz sicher anders machen. ob es in deine richtung geht, mit einer kommentarspalte, wäre eine sehr schöne idee. (das wären ja auch themen gewesen, um mit katja mruck anzugehen | und es wäre ein schönes thema für praktikantende bei uns, welche ausgehend von transkriptionen durch ihs in überarbeitungen gebracht werden. (logo: mir selbst macht dann wieder am meisten spass, wenn es um die konstruktion und inszenierung geht. auch das wären hübsche projektarbeiten für praktikantende ;-) wie auch immer: wir hängen ja weiterhin noch stark am thema "codierung", welches wir dem "PRINT", bzw. dem kapitel 3 von band 1 ("fernung") zugeordnet haben. lars alberth von der uni wuppertal hat uns dort ja schon viele hinweise gegegen um an das heranzukommen, was tina "rapidGPS" genannt hat: "rapid grounded positioning system" ;-))) du erahnst, warum wir so intensiv um "investment 2" rennen. denn nichts würde uns mehr freude machen, hier weiter arbeiten zu können. und: (siehe oben!) weil es so simpel geworden ist zu zeigen, dass die grossen medienhäuser zwar milliarden investieren, aber nix rauskommen wird, was uns beruhigen könnte, sind wir auch noch nie so sicher in unserer unsicherheit gewesen, dass wir dereinst unseren investor auch noch monetär glücklich machen können ;-) später mehr/anderes... deine themen sind die unsrigen! danke für deinen kommentar.
online seit: 08.03.2010 | kurze url dieses eintrags | frühere erklärungen dieser warnung | auch für diesen eintrag gilt:









Kommentare
denken wenn ich bsp. biographische interviews verdichte. Wichtig wär für
mich noch zu sehen - bsp. in einer parallel laufenden kommentarzeile - wo
die arbeit passiert ist und wie bzw. von wem - was ja als ergebnis dann als
phase 1-4 in der einleitung zu lesen ist, aber als ergebnis. Tina sagte
schon mal bei dem gespräch mit audris, was bei der transkription passiert.
Also was geht inhaltlich weg und wer greift wie redaktionell oder
strukturell ein. Damit macht ihr euch sichtbarer und gleichzeitig reiht ihr
euch aber in den kon-text ein und werdet so zur Sichtbaren geste. So hab
ich auch den maier verstanden mit der transparenz und der prozessfalle, die
ja die rettung ist.
Es ist ein spitzengespräch das mich sofort an bruno latour erinnert hat und
ich mich darauf hin gefragt habe ob es nicht ergänzend gut wäre in das
subtraktionskonzept (grafik und in kommentaren) hineinzuarbeiten, wohin die
dinge und menschen und menschdingverbingungen mit ihren
aushandlungsprozessen gehen. denn so sehe ich nur das was weg ist, aber nur
weg geht ja nix sondern es verlagert sich woanders hin. Odr ist damit die
seite von maier gemeint in der grafik, wo seine projekte aufgezählt sind.
Wohin verschwindet die arbeit der vollredaktion, der druckerei, der
journalisten und was bedeutet das ... im gespräch scheint das auf - spannend
fänd ich das noch weiterzutreiben. Was muß alles gemacht und verknüpft sein
damit diese subtraktionsgleichung funktioniert, also aufgeht (mathematisch
gedacht ;-)). ...
gruß :-)
martin