NACHTRAG: demnächst kommt ein zweites angebot. es wird um eine gewisse möglichkeit eines dokumentarfilms gehen: "dokumentationsfilm als selbstlüge. bis zum erscheinen des internets"
ob das ein angebot ist? | medienwissen- schaften und internet: mehr als erbsenzählerei scheint da nicht drin zu liegen. derzeit. die zählen dann in ihren masterarbeiten aus, wie zwischen den atomkraftwerkpromotoren (blog) und den bäumetötern (zeitungen) die informationen hin- und her fliessen. untersuchen die "internettagebücher" auf ihre referenzmedien ab (und stellen dann empirisch belegt fest, dass sie alle bloss die huch!professionellen medien kommentieren) und hallihallo. total daneben und ziemlich langweilig. logo: hängt damit zusammen, dass die medienprofessorenden keine ahnung von internet & co haben und - fairer & verständlicherweise - auch bloss prüfen mögen, wovon sie sich einbilden, eine expertise machen zu können. wie auch immer. mir ist grad eingefallen... ähm... also...

ok: die berichterstattung der huch!professionellen schurnalistenden über rebell.tv ist nicht so üppig, dass sie statistisch relevant wäre, um empirische aussagen machen zu können. aber... immerhin. ein trendaussage vielleicht? genug, um eine these zu formulieren? ein sampling zu entwicklung eine forschungsfrage zu evaluieren. vielleicht gar?

subjektive beobachtung:
- professionelle journalisten schreiben offener, fragender, hintergründer über uns, wenn sie für das RADIO produzieren. sie sind sehr zugänglich, kollegial.
- produzieren professionelle journalisten fürs TV, ist die berichterstattung ausgeglichen, tendenz eher positiv. aber dafür seltener. der umgang mit dem produktionsapparat ist in der tendenz arroganter.
- berichten professionelle journalisten für den PRINT, wirds aber meist deftig. es gibt am abstand meisten berichte. und die werturteile fallen deutlich aus und werden in titel, begleitbild und sprachlich explizit gemacht. der umgang ist sehr direkt, technisch, effizient.

forschungsfrage:
- kann aus dieser wolke von eindrücken eine frage formuliert werden?
- könnten die fragen empirisch zugänglich und erbsenzählerisch zugänglich gemacht weden?
- falls ja, was wären mögliche erklärungsmodelle?

vielleicht brauchts gar keine huch!forschung. vielleicht ists hyper banal. so:

PRINT
- der produktionsdruck ist extrem hoch. zwischen: "die geschichte machen wir" und der ablieferung des resultats liegen bloss wenige stunden.
- der bereich unterliegt dramatischem kostendruck. das management teilt den journalisten unablässig - management by interview! - mit, dass "DAS internet" die umstrukturiereungen nötigst mache.
- eigenerfindungen wie "bürgerjournalismus" und "werde unser reporter" und hallihallo sind selbstverstäker und bestätigen: da draussen sind menschen, welche tatsächlich schneller als der polizeifax über neuste skandale (busen, blut, bbbleiten) zu berichten weiss.
(...) folge: "interviews" werden zu "5 fragen via eMail", antworten via copy/paste direkt auf die druckmaschine. mms, eMail, blogs werden zu billigen, blöden zulieferern. interesse an diesem *rohmaterial* ist nicht nötig.

TV
der aufwand für ein fernsehtaugliches bild ist höllisch. viele unterschiedliche fähigkeiten. (story, intake, audio, video, schnitt, moderation...) die herstellung ist ein ziemliches teil. das muss fast automatisch eine arrogante wirkung auf das opfer der berichterstattung einwirken. fast alle menschen sind geübte tv-glotzer. die herstellung eines "guten" berichtes ist sensationell schwierig für alle, welche nicht auf den produktionsapparat zurückgreifen können. allein, weil für einen peppigen bericht, geeignetes archiv-material nötig ist etc. etc. die konkurrenz zum als vermeintich schnell inszenierten internet ist wesentlich kleiner.

RADIO
das mit abstand anspruchsvollste medium. da kann bei einem textlichen oder dramaturgischen hänger nicht einfach ein wow!bild drüber gehängt werden. (das auge, das schwächste und täuschungsgeilste sinnesorgan des menschen.) das ohr aber... eieiei... die produktion ist extrem schnell. die produktionsteams winzigst. oft hat sich ein radiomoderator zuhause im schlafzimmer seine eierschalenkiste selbst gebaut. gutes material, ein flair für eine gute geschichte. die formate sind weniger dem main-stream ausgesetzt. das internet bringt dem radio bloss zusätzliche reichweite. der vergleich mit einem podcaster wird aber immer zugunsten von radio-machern ausfallen...

ähm... könnte da schon ein diagramm gebaut werden?!?


x-achse: kompliziertheit der produktion
y-achse: bedrohung durch "DAS internet"

PRINT: x > mini | y > max
TV: x > mittel | y > mittel
RADIO: x > max | mini
ok. ich sehe. keine masterarbeit. eine seminararbeit würde genügen... schwierig wäre wohl, ein sampling zusammenzubekommen... weil die drei bereiche unterschiedliche tags für "blogs & co" nutzen? oder auch nicht? keine ahnung. müsste man die erbsenzähler fragen gehen... immerhin: ein schönes beispiel, wo besser nicht qualitativ gearbeitet wird. also nicht journalistende befragen gehen. sondern knallhart auf der ergebnis-ebene von berichterstattung versuchen zu erfassen... jaja... vermutlich doch schwieriger als gedacht.
trotzdem: interessiert an dieser these zu arbeiten. sie haben die fragen schon beantwortet? (vermutlich wesentlich gscheiter als mein spontanversuch hier? supr:) wir freuen uns über die zustellung ihrer arbeit als pdf ;-)
vergl. auch: boulevard gegen die medienkrise | rüberbringen einer message? - gestaltung von kontroverse! | falls sie die nutzung der formelhaften formel "huch!professioneller schurnalisten" stört ;-)