


serie sehen lernen: in der meese-verkleidung zum meese-prinzip | "vorschau" heute morgen | vorschau am 1.1.0 | anfänge und enden sind interpunktionen. wann beginnt ein theaterstück? insb. wenn es ein theaterstück dieser art - mit diesem thema - ist? bei mir: bei dieser beobachtung hier | (...muss morgen früh notizen abtippen...)
NACHTRAG: es ist dienstag, 12:35h geworden. weiss gar nicht, ob ich jetzt hier noch einmal rein will... in den letzten drei einträgen sind noch einige hinweise eingegangen, welche wohl aus dem theaterabend kommen (alles von gestern | alles von heute) das gorki studio berlin gibt auf einem kleinen zettel eine ganz gute zusammenfassung ab. "die unversöhntheit mit der eigenen unfähigkeit zu handeln kennzeichnet den text in seiner bösen und wütenden komik." so endet die beschreibung. das stück erhebt in diesem text den anspruch eine "zustandsbeschreibung" sein. und ich frage mich hier, ob ein theaterstück das leisten kann. nicht generell. aber "für unsere generation". um in der sprache des textes zu bleiben.anika baumann und michael klammer spielen ganz wunderbar wie sie spielen zu spielen. das problem ist bloss: wer beisst sich denn noch die zähne an der ontisch wahren wirklichkeit aus? selbst wenn nicht expliziert würde, dass ihnen klar ist, dass uns klar ist, dass ihnen klar ist, dass uns klar ist, dass sie spielen. uns wärs klar gewesen. auch so. ganz ohne erklärung. im sturen rahmen des theaters, so zu tun, als würden "konventionen geraucht" und dabei aber alle klassischen theaterkonventionen einhalten: geht das? genügt es zu sagen, dass stück habe kein stück und dann gibts doch sogar einen text? wie also beschreiben, dass alles beschrieben ist und uns die totalreflektiertheit in die totallähmung geführt hat? und das 20 jahre nach david couplands "generation x"? die ansätze zu hyperaffirmation sind da. die sind wenigstens erkennbar. aber im laufe der interviews über das stück, dann doch immer weiter jonathan meese zu einem vorbild zu machen... und damit - mit der interview-reihe - das stück selbst in seiner begrenzung durch das schwarze theaterguckloch - was im studio ja noch immer also solches zu erahnen ist, ausser dass die zuschauenden selbst teil des lochs sind! - herauszulösen... es prozesshaft werden zu lassen... keine ahnung: wenn, dann müsste die dramaturgie diese weitereintwicklung wohl offensivst begleiten, damit es nicht abgleitet. meese ist ein geniales meisterstück eines kunstmachers. erst auf der ebene des organisators dieses fleissigen malers und performers, wird es zum kunstwerk. erst auf der ebene der ökonomWie? wird es richtig grosse kunst. dort werden sogar die skizzierten spielregeln von oliver kluck akzeptiert: explizierung des expliziten. (aber anders als in der moderne:) auf diese explizierung gleich selbst spucken. sensationell umgesetzt von falckenberg - meese im cabaretvoltaire.ch: während falckenberg monologisiert, nimmt meese eine zahnbürste nach der anderen aus der hosentasche. tunkt diese in den wein des falckenbergs und putzt sich damit die zähne. schöner könnte der wunsch, sich von seinem schöpfergott freizuputzen und ihn doch bloss in jedem moment wieder strahlend machend in sich aufnehmen gar nicht zur darstellung gebracht werden. und dann meese vom erzählen gebeten, doch noch ein bisserl was zu malen. und dann entstehen sie: die grossen hakenkreuze und penisse und alles was gelernt wurde, was aufregt... nix da: das meese-prinzip: wenn es eines gibt: dann funktioniert dies ganz anders. und gerade damit könnte oliver kluck verteidigt werden: in dem er gar nicht recherchiert hat. nicht einmal für den titel seines stücks. gerade darin, bleibt der text so glaubwürdig. umgesetzt von zwei starken persönlichkeiten.
so klappen wir also unsere handies auf. und deuten im künstlich verdunkelten raum an, wie wir der reihe vor uns - vorgestellt als alt68er (was kluck nie aussprechen lässt!) - eins über die rübe hauen würden. fast.eine hübsche gruppenperformance. zum mitlachen. und traurig werden... und dabei wohl das erhoffte ziel durchlaufen: ansätze böse komik. so tun wie wütende verzweiflung spüren.

NACHTRAG2: 17:29, 09.02.10: apropos hyperaffirmation: der kleine vorraum im studio ist zusätzlich verbaut worden. wusste nicht, dass ein dia-bild noch immer hip ist, in berlin. dort also das bidere einfamilienhäusschenquartier an der wand. welches hilft, die einbauten zu interpretieren. dazu passt der wLan name. (welcher selbstverständlich verschlossen ist.) | übersicht: berlin 24.10.2009 - 23.03.2010









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