
der warmduscher sarrazin beruft sich auf ("schon wieder") aktuelle wissenschaftliche erkenntnisse und verweist auf gen-unterschiede zwischen unterschiedlichen kulturellen gruppen von menschen. und was macht ard.de: sachlich, fachlich, neutral nachfragen: zitate aus ard.de in soup.io | das ist selbstverständlich eine gut gemachter zusammentrag. aber er erstaunt gleichzeit in seiner nüchternheit. zumal sarrazin auch den gen-unterschied zu juden explizit zu erwähnen scheint... | heute in der NZZ. ein ähnliches beispiel:

showtime für die islamkunde, von mona sarkis | nein, nicht mona makram-ebeid, kairo, die würde was völlig anderes zu erzählen haben. die würde auch nicht von "post-kolonialismus" reden, sondern davon, dass der de-kolonialismus noch nicht einmal beendet worden sei! abernu: | wichtig: der zusammenhang zwischen satellitenfernsehen und religion... | aber dann jener oben "dokumentierte" abschnitt: "ein blogger kommentierte". dazu passt: "das internet berichtet" (ard.de/tagesschau) das ist eine absolute non-sense aussage. das ist wie "jemand sagte"... eine der schwächsten schwächsten professionellen journalismus, dass bereits "eine person" als "quelle" genügen kann... mit andern worten: irgendjemand findest du immer, der genau das ausplappert, was du dir notieren willst... kurzum: 1 person ≠ quelle; als faustregel kann auch die erinnerung dienen, dass wenn einem 3 personen etwas erzählen, dass dann innerpsychische "verallgemeinert" wird. und wenn 100 personen sagen, was du dir gerne notieren willst, dann musst du wissen, dass du teil einer horde geworden bist. kurzum:
"möglichst einfach. aber nicht einfacher!"jetzt aber noch dieses ärgerliche: "dieser 'islam light' betont toleranz, fairness und einen ethisch wattierten" unternehmergeist." --- einen solchen satz, in einer zeitung mit intellektuellem anspruch. es ist suuuprÄrgerlich. was wäre denn die "vollversion"des islams? - burka? jihad? terrorismus? - so winzige worte, so beiläufige formulierungen, so hinterhältige fiesheiten. genauso fängt es an. bis endlich gelingt: die andern sind nicht bloss anders, die sind so schlimm, dass es sogar für sie selbst eine erlösung ist, wenn sie "ausgemerzt" werden. (c.w.müller, zeigt denk!mal bayrischer platz, berlin) es ist ECHT zum kotzen. zum davonlaufen. (aber wohin?)
wenigstens die den evangelischen geist vollumfänglich internalisierte NZZ könnte differenzierter argumentieren. ausgehend vom eigenen befinden her:
die islamische gottesvorstellung ist genauso radikal individualistisch, wie jene der pietisten. das sieht mann und frau sogar an der architektur einer moschee. ganz im gegensatz zu einer katholischen kirche, wo im tabernakel die hostie liegt - welche nachher von kannibalen(?) geschluckt wird, ist eine islamische moschee möglichst breit. damit eine möglichst lange linie von schultern an schultern knienden männern gebildet werden kann. und überhaupt: es kommt gar nicht auf die kirche an. denn wo einer zu gott betet, ist gott mit ihm. ganz wie im pietismus auch.
dass "toleranz und fairness" verunglimpft wird und als eine verweichlichung des islams zur darstellung kommt, will ich hier nicht kommentieren. und über die vermutung des zusammenhangs von individualismus, monotheismus und "unternehmergeist" hat max weber genug herumgerätselt. kurzum: der abgedruckte schlusssatz von mona sarkis passt ins (sprach)bild: "showtime". die zeit der wahrheit, sieht ganz anders aus.
übler, sog. professioneller, journalismus. volksverhetzung. so wird das gedanken*gut* von sarrazin & konsorte etabliert: im pseudo-mässigen denken, wissenschaftlich tun, aufklärerisch düdeln, kritik vorgaukeln. fürchterlich!
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