textsorte: bekenntnis | weiter zu teil 4 | zurück zu teil 2: fortsetzung: c) die zweiwertige logik
"die nullen und einsen des maschinencodes scheinen sich als perfekte symbole für die ordnungen der westlichen wirklichkeit anzubieten, für die alten logischen codes, die den unterschied festlegen zwischen ein- und ausgeschaltet, zwischen rechts und links, hell und dunkel, form und materie, geist und körper, weiss und schwarz, gut und böse, richtig und falsch, leben und tod, etwas und nichts, dies und das, hier und dort, drinnen und draussen, aktiv und passiv, wahr und falsch, ja und nein, vernunft und wahnsinn, gesundheit und krankheit, oben und untern, sinn und unsinn, westen und osten, norden und süden. und wenn es um sex ging, bildeten sie ein entzückendes paar. mann und frau, männlich und weiblich, maskulin und feminin: eins und null sahen gerade richtig aus, füreinander geschaffen: 1, die eindeutige, aufrechte linie; und 0, die graphische darstellung von überhaupt nichts: penis und vagina, ding und loch ... passt wie angegossen. eine perfekte partie.

für einen binären code braucht es zwei, aber alle diese paare sind zwei von eienr bestimmten sorte, und die sorte ist immer die sorte von einem. 1 und = ergeben wieder 1. frau und mann addiert ergibt den menschen. es gibt kein weibliches Äquivalent. keine universelle frau an seiner seite. der mann ist einer, einer ist alles, und die frau "wir dem blick nichts bieten können". die frau ist "wie ein loch", eine lücke, eine leerestelle, "ein nichts - an selbem, an identischem, an identifizierbarem ... spalte, fehlen, mangel, abwesenheit ... ausserhalb des systems der repräsentationen, der selbstrepräsentationen". lacan legt das gesetzt fest und lässt keinen zweifel: "eine frau gibt es nur als ausgeschlossen von der natur der ding", erklärt er. sie ist "nicht-alles", "nicht-ganz", "nicht-eins", und was immer sie weiss, lässt isch nur als "nicht-wissen" beschreiben. es gibt "nicht so etwas die Die frau, wo der bestimmte artikel für das universelle steht". sie hat kein zuhause, nichts eigenes, nicht "anderes als den platz des anderen, den ich", schreibt lacan, "mit einem grossen A bezeichnen will".

(sadie plant. nullen + einsen, seite 42ff)
intermezzo: doch!doch: (sehr bewusst zusammengebracht:) barock_kontemplation | jaja: (besser?:) denken unter den bedingungen als überlebender der apokalypse | big thx | übersicht: berlin 24.10.2009 - 23.03.2010