textsorte: märchen | teil 4 von: internet - revival des barocken kontemplierens. oder: denken als überlebender der apokalypse | weil ich gemerkt habe, dass ich auf diesen 4. eintrag von "bekenntnis" zu "märchen" gewechselt habe und noch am grübeln bin, warum mir das richtig erscheint...

ist es nicht witzig, dass es den "spinnern, künstlern und bastlern" der aufklärerischen revolution gelungen ist, den "königen & päpsten" die legitimation ihrer macht- und gewaltstrukturen zu entziehen und dabei fast alles beim ähnlichen haben lassen können? (und selber gewalt- und blutdürstiger wurden, als alles vorher bekannte?)

- die schriftkultur fürs wohltemperierte denken
- statt mönchisches kopieren, maschinelles drucken
- statt also königliche und päpstliche kuriendienste: buchhandlungen, zeitungen, offen zugängliche bibliotheken
- es wird erzählt, dass ein einziger launischer sonnenkönig die welt (welche den untertanen die welt bedeutet hat) regiert hätte. dieser böse, böse konnte nun plötzlich abgeschafft werden. haben die erfolgreichen revoluzzer sich mit dem parlament nicht bloss einen "mantel des pöpels" (aka "herrschaft der beherrschten", aka "demokratie") gebastelt, unter welchem die interessenvertreter der wohl schon vorher einfluss- und anders reichen ihre geschäfte abgewickelt werden?
- und die herren professoren? was haben die zuwege gebracht? die haben den code "gut/böse" bespuckt und ihn durch "wahr/falsch" ersetzt. und mit dieser lächerlichen anpassung es geschafft, dass sie plötzlich machen MUSSTEN, was sie vorher nicht machen DURFTEN. (sensationell. an der entwicklung von solchen tricks hirne ich auch den ganzen tag ;-) | übersicht: berlin 24.10.2009 - 23.03.2010