
der zweite sonntag, an welchem ich zusätzlich chf 4.20 zu meinem NZZ-abo ausgebe.
stephan russ-mohl wäre zufrieden mit mir. ("latte macchiato" & so ;-) aber es macht keine freude. es macht insbesondere auch gar keinen sinn. von sinn ergeben, gar keine spur. mehr noch: der sinn übergibt sich!
wenntwaischwanimain :-P
logo. ich wollte an diesem zweiten sonntag bloss mein
vorurteil bestätigt sehen, dass die NZZ am sonntag es
nicht für nötig hält zu reagieren. ein wildes selbst-bild auf facebook kommunzieren...

beim durchblättern der zeitung wird aber klar, dass lukas häuptli jenen account bei facebook bloss aus "investigativen" gründen hat. er will sich ein eigenes bild von der unsäglichen blödheit des internets machen. mehr noch: die heutige ausgabe in vielen artikeln: eine durchgängige
aibs-kampa! (insb. unter dem titel "datenschutz") |
"der medienprofessor hat schon geantwortet. der sozialarbeiter fragt." heute: "polemische blogger!" - "zirkuläres fragen?" |
klowände des internet? - wer sich vor der eigenen scheisse ekelt, hasst den schmutz dieser welt besonders intensiv!
wo war ich? ahja: michael maier hat solches als "gegen den leser schreiben" beschrieben. was einmal eine haltung war, welche professionelles engagement signalisierte, hat sich längst selbst den hals verdreht. aber:
haltungen sind geistigen la ola bewegungen ausgesetzt wie fussballfans: unwiderstehlich
journalisten pressen so lange sie können. (und sie werden noch lange "yes i can" bellen.) als ginge es ums können. als wäre das können ein beweis. ein garant. "wer alles kann, kann nichts."
noch sicherer aber: ab und an muss auch der grösste alleskönner mal (für kleine jungs). will sagen: bedürfnisse sind das tiefere fänomen als wünsche.
nachhilfe (
auch) zum zeitungslesen gibts direkt bei der werbung. die war schon immer so, wie die zeitung (vermeintlich erst) durch die kontrastfolie des internets als solches sichtbar geworden sind:
wir stellen uns die volvo geschäftsleitung vor. die haben berge von enttäuschten kunden auf dem tisch. haben stress von oben, weil sie jeden morgen neu nachschauen müssen: gibt es uns noch? und falls ja: wem gehören wir? und in diesem sandwich von stress, rennen sie nach zürich und fragen ihre werber. die haben es einfach. schwätzen den bossen ein, dass sie doch eigentlich bloss erlebten, was alle wollen würden: "adventure". sie finden so viele möglichkeiten mit einem volvo ein abenteuer zu erleben, wie es im hohen norden namen für schnee gibt: viele. und machen eine erschlagende schlagzeile: "so zuverlässig wie nie" | eine platte verdrehung. weil die alten kunden wissen, dass es nicht stimmt. und selbst die neuen kunden von den turbulenzen mitbekommen haben. wer so laut düdelt, muss nachlegen. geld hilft auf der seite "stil" das neue modell abzubilden. auf seite 72 noch einmal. auf seite 73 schreibt jeroen van rooijen einen überbordenden fanbericht zum neuen s60. passend zum namen des zeitungsbundes. so läuft das. nein: nicht bei "20min". (von denen wissen wir es schon länger. auch bei der NZZ ;-)
souverän ist, zu zeigen, was nicht gezeigt wurde?
wie auch immer. was eine zeitung tut, ist präzis das gleiche, was päpste und könige vor 200 jahren machten: verkünden, legitimieren, durchsetzen.
und weil ganz sicher ist, dass "bedürfnisse" stärker sind als "wünsche", werden solche formate untergehen. vielleicht langsamer, als dies gut für uns ist. aber sie werden untergehen. sie nerven bloss noch.
mit den kunden nicht zu reden, ist der untergang für jedes geschäft. das war schon immer so. ganz ohne cluetrain manifesto. ganz ohne internet. frag den bäcker, den tischler, den zimmermann. wer es sich leisten kann, mit seinen kunden nicht zu reden, muss zu jener sorte (juristischer) personen gehören, welche rustikal-liberale menschen schon immer zum teufel wünschten. (es wir der NZZ selbst - der selbsternannten hüterin dieser tradition - nicht anders gehen!)
freilich gilt zusätzlich: wer am lautesten sich selbst als "wilhelm tell" inszeniert, heisst vermutlich gessler, fragt bruder christoph!
ach... ja. es ist verletzend, dein eigenen namen unter dem titel "antisemitismus" zu finden. diese verfluchten gutmenschigen "nie wieder"-rufer und verkennen dabei offensiv, dass sie selbst bereits an einem "schon wieder" mitwerkeln könnten. ja. es ist verletzend. bazon brock selbst drückte sich gewählter aus:
10. "Mich kränkt, wenn ich von gegnerischen Argumenten nichts lernen kann, sondern zur Unterwerfung unter Dogmen gezwungen werden soll."
ps. da wäre noch seite 14. prof. dr. suzette sandoz. rechtsprofessorin in lausanne. (wenn frau professor sich als befreierin der frauen hervortun wollen würde: warum nicht mithelfen, dass frauen sich nicht zu tode hungern, den vergrösserten busen, den gelifteten po präsentieren müssen? wie wärs mit dem thematisieren, dass "frauenpower" insbesondere die mehrfachbelastung von frauen zum zwang werden liess? und immer so weiter? oder differenzierter:

das werte- und entwicklungsquadrat von tina piazzi zum 8. wochenkommentar von hanspeter spörri | oder deutlicher:
peter sloterdijk: der journalismus hat präzis zwei varianten offen: selbstanzeige wegen volksverhetzung oder beitritt zu einem abstinentenclub
nachtrag (14:12h):
zensur abgeschlossen :-/
textsorte: blitz | textsorten sofortiger erkennen | unterscheidungen löschen = unterscheidungen machen | dieses blog ist KEIN subtraktionsblog

