im aktuellen NZZfolio findet sich ab seite 26 ein artikel von zwei studierenden der hamburg media school | früher über dieses heft. habe es - 100% ungelesen - zusammengefasst mit: "online ist ein synonüm für gratis" | corinne stöckli und samuel hufschmid erzählen von simon und veit. der eine zieht jetzt dann in einen zirkuswagen. der andere will es noch schaffen, dass seine website eine million mitglieder zählt. der titel der "story": knackig getaged mit:

der fremde im bett
jaja: erzählen können sie. titel setzen auch. der huch!investigative journalismus geht sogar mit den fremden ins bett und berichtet von dort - notiert mit der taschenlampe unter der bettdecke. wir eingesogenen konsumierende kommen uns vor, als spürten wir schon die wohlige wärme aufsteigen: wir dürfen uns gelassen diesen fähigen jungen leuten überlassen: alles kommt gut.

soweit ich sehe, werden "online-gesgeberdienste" vorgestellt. personalisierter am beispiel hospitality club. im zweiten abschnitt werden auch noch CouchSurfing.com und beWelcome.org erwähnt. die url's werden nirgends angegeben. es wird zwar die undudische schreibweise von CouchSurfing akzeptiert. aber noch ein .com dahinter setzen geht dann schon nicht mehr. selbst wenn es die schlusslesung rauslöschen würde: irgend jemand gehört über die knie gelegt. selbst wenn die NZZ glaubt, ihr magazin werde von der generation 60+ gelesen. sie müsste wissen: selbst 80-jährige schreiben flotte sms (oder nur mir?) und es würde diese personen kaum erschrecken. sie würden eine internet-adresse erkennen und wenigstens wissen, was ihre enkel wohl damit machen würden...

sogar die thüringer allgemeine, welche ein "vlog-projekt" betreibt, schafft es nicht, "rebell.tv" zu schreiben, sondern lässt "rebell-TV" auf tote blätter pressen. das sieht nicht nur suprUnDudisch aus, es scheint auch nahezulegen, dass die redaktörenden während dem schreiben ihrer notizen nicht im www abgleichen gehen.

robert scoble hat sich eben in einem wilden artikel darüber geärgert, dass bloggende so schlecht zuhören. ich versuchte dann zu behaupten, dass links-setzen als ein(es von zwei) zeichen von zuhören interpretiert werden könnte. obwohl robert vorher noch den gradmesser beim nutzen von tec-tools nutze, scheint er dann später in einem kommentar auf meinen kommentar mein argument zu stützen:

okok! er setze tausende von links, jede woche.
wow: müsste man ja mal zählen gehen, wie brutal der mann sich verschätzt. ich dachte, ich setze viele links ;-P andere kommentierende behaupten dann, man müsse eben laien und profi-blogger unterscheiden. das scheint mir eine suprIdee zu sein. die profi-blogger sind vermutlich ex-journalistende. und setzen gar keine links! haha. nein. im ernst: die zeiten für solche unterscheidungen sind vorbei. der punkt ist: robert hat völlig recht:
es geht ums zuhören. nicht ums publizieren.
das mikrofon wird zum symbol des zuhörens in einer digitalisierten welt. und schreiben tue ich, weil ich noch wissen will, was ich verstanden habe. und ich lege meine einträge in meinen zettelkasten im web ab, weil ich nicht nur auf meine eigenen, früheren (oder später auch auf spätere) einträge verweisen kann, sondern insbesondere, weil ich auf andere zusammenstellungen verweisen kann, welche unterschiedlich sind und mir einen unterschied geschenkt haben. und weil andere mir kommentare, sms, eMails, schneckenpostartige und face2face zugetragene hinweis machen. darum gehts: ums zuhören.

aber das sind nun schon mal prinzipielle schwierigkeiten, welche es eine huch!professionellen schurnalismus schwierig machen, sich mit diesem thema auseinander zu setzen. wenn es ums zuhören ginge, dann gäbe es keinen businessplan mehr für all ihre schönen heftchen. vermeintlich. aber eben... um diese gedanken denken zu können... muss erst mal... wow...

zurück zu corinne und samuel: natürlich bin ich kurz bei den drei seiten vorbeigesurft. in der reihenfolge wie sie es notiert haben und wie ich es oben verlinkte. vermutlich haben sie gar nicht gemerkt, welche art von grafikdesign-zeitreise durch web 0.1, web 1.0 und web 2.0 sie vorgeschlagen hätten:-)) und welche ironie: je aktueller das design umso grösser scheint der fake.

wie auch immer. alles wird huch!sozialer? - keine ahnung. ich bin kein profet. ich vermute aber bisher bloss: das soziale muss gezwungen werden, den telcoms brückenzoll zu entrichten! (pdf) | von meinen eltern weiss ich, dass deren eltern stur - und bei jedem essen - einen platz mehr als nötig gedeckt haben. für einen allfälligen gast. logo: religiös argumentiert. sozial aber mit ganz praktischen folgen. so einfach geht das in unseren kleinen kaninchenstallwohnungen heute auch nicht mehr. aber wenn ein sofa tatsächlich genügen würde... ähm...
ähm. was war das jetzt? senile bettflucht, ganz sicher.