die nzz in einem kleinen artikel über BlogCampSwitzerland. das sind jene treffen, wo menschen sich finden, welche ein neologismus verbindet: blog. niemand weiss was es ist. aber wer blog sagt, hat alles verstanden. (das ist sehr wichtig und sehr nützlich. nichts gegen neologismen! konkreter und nachvollziehbarer wäre, wenn menschen etwa in einem handyBarCamp zusammenfinden würden. komischerweise tun sie das nicht. komisch. odr? eben... nichtsdestotrotz können über solche veranstaltungen berichtet werden. so erfahre ich wenigstens, dass sarah genner ihr arbeit nun abgegeben hat. sie hat die informationsmigration von blog zu print beobachtet. im artikel heisst es dann:
Genners Fazit: «Es kommen so hauptsächlich Personen zu Wort, die schon vorher Zugang zu Mainstream-Medien hatten.»

Diesen Befund empfindet Ronnie Grob als frustrierend. Grob ist Autor des Medien-Blogs Medienlese, der beim Online-Verlag Blogwerk erscheint.
zu sarah: wie so oft: die ergebnisse einer studie sagen oft mehr aus über die untersuchungsmethode... vielleicht kommt sarah ins nächste s.w.i.r. (do, 15.11.07) und sie zeigt ihre arbeit? - wie auch immer: die medienwissenschaftliche szene ist zu einer langweiligen erbsenzählerei geworden. zusätzlich muss sie so tun, als wüsste sie mehr, als überhaupt gewusst werden kann, will sie forschungsgelder finden. klar: das ist eine saloppe parafrasierung von lars. er schreibt in seinem blog:
Mir fiel allerdings schon auf, wie stark die Web2.0-Forschung sich am positivistischen Wissenschaftsverständnis orientiert. Damit meine ich nicht nur einen gewissen Überhang von quantitativen Methoden, sondern auch das Bedürfnis, dass jetzt bereits alles schon einordnen zu können.
ich sage bloss: woher haben schurnalistende ihre informationen? von überrall her. schurnalistende sind informationsjunkies. die drücken sich noch den dreckigsten filter in die adern. und freilich suchen sich die auch "die klowände des internets" ab... selbstvernatürlich. die frage ist doch bloss, ob sie das zeigen. immerhin: machen wir ganz andere beispiele: schurnalisten lassen sie einladen. wie die alten. die machen dann busfahren und kaufen heizdecken. die fahren mit interessengruppen mit. sogar in den iran. sogar mit svp-militärgruppen. der unterschied ist bloss: nicht alle schurnalisten reden drüber. aber also normalolesende person erfährst du es nicht. jetzt könnten all die parteien und lobbyinggruppen enttäuscht sein, dass sie doch so viel geld ausgegeben haben für die reise, die planung, die geschickt zusammengestellte reisegruppe... und dieser journalist schreibt nix über seine sponsoren? - komisch. solche klagen habe ich noch nie gehört... will sagen: warum um alles in der welt, soll ein journalist in der schlagzeile seines artikels sagen, woher er/sie welche idee/hinweise her hat? hä? kurzum...

und damit zum frustrierten ronnie. frust ist ja - so weit ich sehe - insbesondere ein zeichen von enttäuschungen. aber weniger täuschungen zu erliegen, könnte ressourcenorientiert auch als: "ich verstehe immer besser, wie diese medienwelt funktioniert" formuliert werden. das wäre doch eigentlich für ein medienblog eine prima sache. odr? - also... verstehe ich auch nicht so recht... :-P

der "kampf um anerkennung" findet nicht auf toten bäumen statt. im gegenteil. wie schon früher gesagt: blogger sind die besten freunde von professionellen journalisten. (pdf). nun: ich gehe hier wir von einer "totaler ökonomisierung aller lebensbereiche aus". das macht es zuweilen vielleicht in der analyse etwas pauschal. aber... ähm... also denkansatz finde ich das immer noch ziemlich produktiv. auch hier: der frust von ronnie ist vielleicht ja eher, dass er nicht das geld findet, was er denkt, seiner arbeit zustehen würde. etc... ich gehe davon aus: wenn er genügend sponsoren hätte, könnte er gut damit leben, dass die bäumetöter ihn als quellenangabe nicht zitieren. odr? im gegenteil: erst dann würde seine medienlese doch so richtig spannend werden. diesen status hat wohl der medienspiegel.ch schon seit einiger zeit erreicht. was martin hitz notiert, wird gelesen. er kann themen setzen. ich denke, das könnte durchaus auch empirisch nachgewiesen werden... aber eben: das bräucht medienprofessoren, welche einem blog nicht gleich viel zutraut wie jean-remy von matt... und es bräuchte studierende, welche nicht so grosse ohren haben wie esel und bei allem was der prof sagt: iah, iah rufen... :-P

eintrag ist noch in arbeit