taxifahrt. im radio laufen gebetsrufe. wir sprechen den mann darauf an, dass es in istanbul in jeder strasse eine moschee gibt. er findet das übertrieben. der beste ort zum gebet sei doch das eigene zuhause. tehran jedenfalls bräuchte ganz anderes als mehr moscheen. zum beispiel mehr universitäten, eine erweiterte u-bahn... die verkehrssituation ist tatsächlich unerträglich. die luft löst mir manchmal fast atomnöte aus. entspannungsübungen während der fahrt. übrigens: in tehran soll es rund 12 christliche krichen geben. zu weihnachten oder zu ostern gebe es durchaus gemeinsame feierlichkeiten zwischen moslems und christen. er stellt das radio um. jetzt wird es laut. musik für junge leute. musik ab cd's. seine tochter höre sich diese musik an. der einwand, das sei doch aber nicht islamisch findet er komisch. die regierung würde die religion als ein schutzschild für ihre eigene macht missbrauchen. ein jeder mensch müsse selber nachdenken und entscheiden, was die religion von ihm verlange. das leben hätte sich in diesen vielen tausend jahren doch stark verändert. nein. er habe keine probleme, dass seine tochter diese musik schön finde. aber was er selbst höre? auf speicherplatz 2 ist der radiosender gespeichert. (auf platz 1 die gebetsrufe? - ich weiss es nicht.) jedenfalls läuft jetzt melancholische, klassisch anmutende musik. wiederum viel zu laut für mich auf der hinteren bank. ich höre noch, wie bashar um seine meinung gebeten wird. als dieser die musik als "traurig" beschreibt, wechselt der radiosender blitzartik. dennoch geht das gespräch in die wehmütige zeit unter dem schah zurück. der taxifahrer ist als sohn eines botschafters im ausland geboren worden. lebte als kind auch in deutschland. die freiheit unter dem schah war - ausgenommen im umfeld der politik - uneingeschränkt, sagt er. jetzt sei es schlimmer als es je unter dem schah war. (die tomatenpreise? - nein, wiegelt er ab. die tomatenpreise hätten sich wieder stabilisiert.[[link ali schirasi]]) als flugzeugbauer kann er schon lange nicht mehr arbeiten. in deutschland wurde ihm das visum nicht mehr verlängert. auch die arbeit in der türkei musste eingestellt werden. deutschland aber hätte ihm besser gefallen. er würde noch heute gerne dort leben und arbeiten. die türken würden ausländer schneiden. auch sprachlich sei es schwierig in istanbul. ob wir noch geld wechseln müssten. er hätte ein freund. er könne uns hinfahren. und wie wir zufrieden seien mit dem hotel. ein anderer freund vermiete appartements. auch tageweise. er selbst wohnt in den bergen über tehran. die aussicht und die luft: fantastisch.